Ja zum Mehrkatzenhaushalt!

Man kommt im Leben immer mal wieder in die Situation ein bisschen von sich, seiner Familie und seinen Hobbies erzählen zu müssen. Wenn ich erwähne, dass ich ein Katzenfan bin stößt das meistens auf reges Interesse, denn Tante Emma, Oma Inge und wie sie alle heißen hatte meistens auch eine Katze mit der man als Kind immer gespielt hat.

Wenn ich dann aber erwähne dass gleich 3 von diesen Monstern (mal ganz abgesehen von den anderen Tierchen) bei mir wohnen werde ich nicht selten schief angeschaut, das würde doch sicherlich so viel Arbeit machen und Geld kosten und überhaupt sind Katzen doch Einzelgänger.

Lange bevor ich selbst Katzen bei mir beherbergen durfte habe ich auch so gedacht “Ach eine Katze allein, das macht der doch nix.” Und ob ihr das was macht! Katzen sind sehr soziale Tiere und brauchen dringend den Kontakt zu anderen Artgenossen! Vor allem gerade junge Kätzchen brauchen andere Katzen oder ein weiteres Kätzchen um Sozialverhalten und -strukturen zu erlernen und um nicht geistig zu vereinsamen. Klar kann man als Mensch viel mit Mieze spielen aber das kann einen kätzischen Kumpel leider nicht ersetzen.

Man stelle sich einfach einmal vor man wäre irgendwo eingesperrt (Wohnungskatze) und hätte niemanden mit dem man in seiner Sprache reden kann und im schlimmsten Fall wird man auch noch fast jeden Tag stundenlang allein gelassen. Für mich eine Horrorvorstellung, fast schon wie Isolationshaft.

Bei Freigängern ist die Einzelhaltung nicht ganz so schlimm, sie suchen sich ihre sozialen Kontakte außerhalb der eigenen 4 Wände. Nun wird der ein oder andere sagen “Aber meine Katze verträgt sich nicht mit anderen.” nun entweder bräuchte die Zusammenführung mehr Zeit, es war in den Augen der Katze nicht der richtige Partner (es gibt durchaus Tiere die sich nicht riechen können wie bei uns Menschen auch) oder die Katze ist wirklich überzeugte Einzelgängerin, auch das gibt es auch wenn es nicht die Regel ist.

Wenn ich mir meinen durchgeknallten Haufen so ansehe bin ich wirklich sehr froh mich für einen Mehrkatzenhaushalt entschieden zu haben. Mit zwei Katzen war es schön, mit 3 Katzen ist es noch viel schöner und auch die Miezen sind noch einen Ticken ausgeglichener. Und damit ihr euch mal ein Bild machen könnt nachfolgende Fotos. Mir geht jedes Mal das Herz auf wenn die 3 miteinander spielen und kuscheln, überhaupt haben die sich in extrem kurzer Zeit super zusammengerauft :^_^:



       

Avicularia versicolor – was muss ich als Halter beachten?

Unsere Frau Schmidt kennen ja nun schon einige. Was man aber als potentieller Avicularia versicolor-Halter wissen muss, wissen leider die wenigsten.

Da diese Art nicht ganz einfach zu halten ist (sie verzeiht nur wenige bis gar keine Fehler) und deswegen auch in jedem Vogelspinnenratgeber als “für Spinnenanfänger nicht geeignet” beschrieben wird, sollte man sich vorher eingehend mit der Materie beschäftigen (ein Spinnchen dieser Art ist aufgrund der schwierigen Nachzucht auch nicht ganz billig und es wäre zu schade, wenn es durch eine fehlerhafte Haltung eingehen würde). Im Internet und in diverser “Fachliteratur” wird man zwar schnell fündig, allerdings gehen die Angaben wie bei jedem Hobby meist meilenweit auseinander :(

Deswegen habe ich für alle die ebenfalls eine Avicularia versicolor als Mitbewohnerin haben möchten und natürlich auch für alle, die einmal hinter die Kulissen einer Vogelspinnen-Haltung schauen wollen, eine Seite mit den Haltungsbedingungen für diese wunderschöne Martinique-Baumvogelspinne – frei nach dem Motto “so machen wir’s” – erstellt :D

Ich hoffe, ich habe alles richtig notiert und halbwegs übersichtlich und verständlich rübergebracht. Anregungen und Tipps werden wie immer gern entgegengenommen :)



       

Haltung – Avicularia versicolor

Die Avicularia versicolor (lt.) auch Martinique-Baumvogelspinne (dt.) genannt, ist eine von bisher etwa 900 beschriebenen Vogelspinnenarten, die in 112 Gattungen unterteilt sind.

Sie kommt ausschließlich auf der Karibikinsel Martinique vor, welche ein vollintegrierter Teil des französischen Staates und somit auch Teil der Europäischen Union ist.

Die Avicularia versicolor wird als eine der schönsten Vogelspinnen der Welt betitelt – zurecht wie wir finden, wenn wir unsere Frau Schmidt ansehen :)

In vielen Vogelspinnenratgebern wird diese Art als “nicht für Anfänger geeignet” beschrieben, denn es gibt bei der Haltung einiges zu beachten, da die Avicularia versicolor wenige bis gar keine Fehler verzeiht.

Die nachfolgenden Infos haben wir mit Mühe zusammengetragen, wer google bemüht und Vogelspinnenratgeber gelesen hat, wird verstehen was wir meinen. Es gibt wie bei jedem “Hobby” zuviele verschiedene Infos und Abweichungen, z. B. Beleuchtung ja oder nein, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, etc…
Wie wir auf unsere Daten gekommen sind? Nun wir haben quergelesen, nachgedacht und das für uns sinnvollste umgesetzt und sind bis jetzt gut damit gefahren, denn Frau Schmidt fühlt sich wohl und so soll es ja auch sein :)

081229frauschmidt3.jpg Ein kurzer Überblick

Lateinischer Name: Avicularia versicolor

Deutscher Name: Martinique-Baumvogelspinne

Verbreitungsgebiet: Ausschließlich auf der Karibikhalbinsel Martinique

Aussehen: Die Jungtiere schimmern in einem wunderschönen metallischen-blau. Ab dem 4. bis 5. Nymphenstadium (Häutung) beginnen sie sich langsam umzufärben. Erwachsene Spinnen haben einen dunklen Hinterleib mit roter Behaarung, ebenso wie rötliche Beinbehaarung. Kopf- und Bruststück schimmern grün-bläulich.

Größe: Weibchen erreichen eine Körperlänge von 5cm bis 7cm. Männchen hingegen werden nur 3cm bis 5cm groß (Körperlänge).

Alter: Weibliche Tiere können bei guter Pflege ca. 20 Jahre alt werden. Männchen sterben in der Regel zwei bis drei Jahre nach der Geschlechtsreife.

081231frauschmidt2.jpg Haltung

Terrarium: Wir haben ein 30x30x45cm Terrarium von Exo-Terra, genaugenommen das PT-2602. Es hat die richtige Größe für unsere Baumbewohnerin, bietet eine wunderschöne Rückwand, gute Belüftung, die Türen haben einen ausbruchsicheren Verschluss, es ist sehr gut verarbeitet und preislich einfach unschlagbar!

Temperatur: Die Temperatur im Terrarium sollte zwischen 26°C bis 29°C liegen.

Luftfeuchtigkeit: Angaben zur Luftfeuchtigkeit findet man überall andere, 60% bis 70% relative Luftfeuchte sollten aber die Regel sein. Je nach Bedarf mit einem Blumensprüher die Terrariumpflanze benetzt und das mit der Luftfeuchtigkeit hat sich erledigt, außerdem soll es durchaus Spinnchen geben, die die Wassertropfen von den Blättern schlabbern :)

Bodensubstrat: In unserem Terrarium sind 6cm Kokoshumuserde (ca. bis unter den schwarzen Rand der Terra-Türen).

Einrichtung: Eine Korkrückwand (ist bei dem PT-2602 von Exo-Terra bereits dabei), eine hochkant gestellte Korkröhre (Diese ist sehr Wichtig! Die Spinne baut sich darin ihr Wohngespinnst!), eine flache Wasserschale, eine echte oder unechte Pflanze (unsere ist echt) und schon ist das Terrarium eingerichtet.

Beleuchtung: Um die benötigte Temperatur im Terrarium zu erreichen verwenden wir das Compact Top PT-2225 von Exo-Terra in Verbindung mit einer Repti Glo 5.0 Compact 26W Terrarienlampe von Exo-Terra. Das Compact Top PT-2225 hat einen großen Vorteil: es passt perfekt auf unser PT-2602 Terrarium (da sind oben extra kleine Aussparungen, in die das Compact Top “einrastet” und somit nicht herunterfallen kann) und wenn man möchte kann man noch ein weiteres Compact Top anbringen, ist aber in unserem Fall nicht notwendig :)

Futter: Gefressen werden kleine bis große Heimchen (wir füttern keine Heimchen, da wir etwas leicht paranoid sind und meinen die Viecher könnten ausbrechen ;) ), Zweifleck-, Steppen-, oder Kurzflügelgrillen, Wanderheuschrecken oder Zophobas. Für ein erwachsenes Tier reichen 4 bis 5 große Grillen alle 2 Wochen.

081231frauschmidt3.jpg Gift

Normalerweise beisst eine Vogelspinne, wie jedes andere Tier, nicht ohne Grund zu. Die Avicularia versicolor ist nicht angriffslustig, sie flüchtet lieber bzw. drückt sich flach auf den Boden, zieht die Beine an den Körper und verharrt reglos. Wenn man sie allerdings in die Enge treibt, kann es vorkommen das sie zubeißt, vorher wird sie allerdings den Feind mit Kot beschießen (wobei sie ca. 30 cm weit treffen kann!) und ihre Brennhaare vom Hinterleib abstreifen (diese setzen sich in der Regel mit kleinen Widerhaken in den Atemwegen des Gegners fest und erzeugen ein unangenehmes Gefühl). Die Wirkung des eigentlichen Giftes auf uns Menschen ist vergleichbar mit einem Bienenstich.

WICHTIG: Vogelspinnen sind keine Kuscheltiere! Aber das sollte sowieso jeder wissen :)

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